Witzige Honig Fakten für einen süßen Tag

Bunter Schmetterling auf lila Blüte (www.imkerei-oswald.de).

Die schnelle Flugbiene

Nun schnell zu den Honig Fakten: Es braucht 500 Bienen und zwei Millionen Blüten um ein Pfund Honig zu erzeugen.
Ein Bienenvolk muss zusammengelegt eine weite Strecke fliegen, nämlich zwei Mal um den gesamten Erdball, um ein einziges Pfund Honig zu erzeugen.
Eine durchschnittliche nektarsammelnde Flugbiene besucht ca.70 Blumen pro Ausflug.

Weitere interessante Honig Fakten

Die durchnittliche Lebensarbeitsleistung in Honig beträgt pro zwölf Bienen ein Teelöffel Honig.

Goldene Biene auf rosa Blüte. Honig Fakten.
Eine Honigbiene der Landrasse von Imkerei Oswald auf einer Aster. 2017 imkerei-oswald.de

Ein freiwilliges Erzeugnis des Tierreiches

Bienenhonig ist das einzige weltweit genutzte Lebensmittel, das von den Tieren komplett selbst, freiwillig und ohne Zwang hergestellt wird. 
Es gibt für das menschliche Immunsystem zwei einzigartige Lebensmittel, die durch nichts anderes ersetzbar sind: Das eine ist Muttermilch, das andere ist natürlicher Bienenhonig.
Honig schmeckt so köstlich, dass seine Süßkraft durch kein anderes Lebensmittel übertroffen wird.

Die Gartenbiene. Honig Fakten von Oswald Honig.
Die Süßigkeit der Blumen findet sich wieder im Blütenhonig aus dem Isar-Hügelland. 2017 Oswald Honig.

Ein aus der Antike überliefertes Wissen um die Bienen

Die ältesten bekannten antiken Bienenstände sind etwa 3000 Jahre alt und bestanden aus etwa 100 Völkern, die zusammen im Jahr etwa 500 kg Honig erzeugten.
Es gibt einen bekannten biblische Frauennamen, welcher „Biene“ bedeutet: Debora (hebräisch דְּבוֹרָה, dəvorah).
Der Name Sabine hat jedoch seinen Ursprung im Lateinischen und basiert auf dem altrömischen Stamm der Sabiner.
Der antike König Salomon verglich den Konsum von Honig mit dem Erlangen von Weisheit. 
Denn so wie natürlicher, reiner Honig dem Gaumen schmeichelt und höchst annehmbar ist, so führt gründliches Wissen und scharfer Verstand wie der Genuss von Honig zu einem Sinn für Schönheit und Tugendhaftigkeit.
Honig ist zentraler Bestandteil der Europäischen Volksmythologie und Kulturgeschichte.
Es ist wohlbekannt, wie sehr Honig von den Altvorderen geschätzt wurde, als Nahrung, für Getränke, für Medizin, für Kleinkinder und für Betagte.

Waben-im-Natur-Imkerei-Oswald

Natur Honig bzw. echter deutscher Honig direkt vom Imker. Alle Sorten Honig vom Imker Oswald. Honig Fakten von Oswald Honig 2017.
Blüten-Honig aus dem Isar-Hügelland, Sommer-Honig aus dem Isar-Hügelland und Wald-Honig aus der Hallertau. Natur Honig von Imkerei Oswald. 2017

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Imkerei Oswald’s BIO Wald Honig aus der Hallertau – 500g im Glas

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Bunter Schmetterling auf lila Blüte (www.imkerei-oswald.de).
Imkerei Oswald: Schmetterling auf Asternblüte im Rondell des Bienenhofes im Isar-Hügelland. www.imkerei-oswald.de

Auf den Spuren der Kelten

Kelten

Pfeffenhausen: Auf den Spuren der Kelten

Ein Essay über keltische Siedlungsspuren und Bodendenkmäler in Pfeffenhausen und Oberlauterbach.

Einhundert keltische Stämme

Unser heutiges Europa setzt sich aus vielen verschiedenen Einzelstaaten zusammen. Doch auch schon vor zwei- bis dreitausend Jahren teilten sich etwa 100 verschiedene keltische Stämme Mitteleuropa unter sich auf. Wer waren die Kelten und woher kamen sie? Das Wort Kelte bedeutet nichts Anderes als „Held“. Die Ur-Kelten waren ursprünglich aristokratisch und patriarchalisch organisierte Reiterkrieger und Hirtennomaden, welche die natur- und erdverbundenen alten matriarchalisch organisierten Bauernkulturen in Europa eroberten, versklavten, und schließlich mit Ihnen verschmolzen. Lediglich nördlich der Linie Holland, Leipzig und Breslau konnte sich das freie „germanische“ Bauerntum behaupten. Die Kultur der Kelten dominierte eintausend Jahre lang Mitteleuropa und prägt auch heute noch Europa in vielerlei Hinsicht. Das ursprüngliche Kerngebiet lag jedoch an der Donau, mit Manching und Kelheim (keltisch: Alkimoennis) im Zentrum.

Das Landkreis Wappen von Kelheim am Brautlacker Berg.
Das Wappen an der Landkreisgrenze zwischen dem Landkreis Landshut und dem Landkreis Kelheim am Brautlacker Berg zwischen Oberlauterbach und Wildenberg. Das Wappen zeigt im oberen Drittel blaue Rauten auf weißem Grund. Ursprünglich war dies das Wappen der Grafen von Bogen. Die blauen Rauten stellen Roheisenbarren dar, die zum Schutz vor dem Verrutschen der Ladung auf den Schiffen diese Form aufwiesen. Originale dieser Barren befinden sich im Römer-Kelten Museum in Manching.

Der Rohstoff Eisen

Der Aufstieg der Kelten ist eng mit dem Rohstoff Eisen verbunden. Denn das eiserne Langschwert war die charakteristische Bewaffnung für die Eroberungszüge der keltischen Fürsten. Die Kulturepoche der Kelten wird als Eisenzeit definiert und gliedert sich in jüngere Eisenzeit „Latène“, benannt nach einem wichtigen Fundort in der Schweiz,  und die ältere Eisenzeit „Hallstatt“, nach einem Fundort in Österreich. Das Wort „Eisen“ geht auf das keltische Wort „isaron“ zurück, über sanskrit isira = hart, stark.  Somit könnte der Flussname „Isar“ in seiner Bedeutung  als „Eisenfluss“ interpretiert werden. Interessanterweise fand das Eisen auch seinen Weg in das bayerische Rautenwappen, da die blauen Rechtecke der Grafen von Bogen ursprünglich Roheisenbarren darstellten, die früher auf der Donau transportiert wurden, und die wichtigste Zolleinahmequelle für die Grafen von Bogen darstellten.

Oppidum Alkimoennis an der Donau

Da die Kelten kein eigenes Schrifttum pflegten, ist die erste schriftliche Quelle über unser betrachtetes Gebiet ein antiker Schriftsteller, der Geograph Claudius Ptolomäus, der bereits im Jahr 100 nach der Zeitenwende das keltische Oppidum „Alkimoennis“ auf dem Michelsberg bei Kelheim erwähnt, das nur dreißig Kilometer nördlich von Pfeffenhausen gelegen ist, auf einer Landzunge zwischen den Flüssen „Alcomona“ = Altmühl und dem Danubius = Donau. Auch Julius Cäsar verwendet den Begriff Oppidum für die keltischen Städte. Im Oppidum Alkimoennis bei Kelheim wurde im großen Stil Eisenerz im Tagebau gewonnen und verhüttet.

Oppidum Manching

Bekannte keltische Oppida waren zum Beispiel Lutetia  (Paris),  Basel, Bern, Preßburg und Budapest. Das größte und am besten ausgegrabene und erforschte  Oppidum befand sich jedoch in Manching bei Ingolstadt, ebenfalls an der Donau. Es ist mit 650 Hektar Siedlungsfläche und Mauerring das größte bekannte Oppidum in Mitteleuropa. Um die gewaltige Größe zu veranschaulichen, sei zum Vergleich das antike Rom angeführt, das zur selben Zeit mit 1370 ha ummauerter Fläche lediglich doppelt so groß wie die Keltenstadt in Manching war. Auch die mittelalterlichen Mauerringe von Nürnberg, Köln und Frankfurt waren wesentlich kleiner als der Mauerring von Manching, das ebenfalls nur 35 Kilometer westlich von Pfeffenhausen liegt. Pfeffenhausen befindet sich also im Einzugsbereich der beiden größten bekannten Oppida Europas und an einer Fernhandelsroute zwischen Bologna und der Keltenstadt Alkimoennis auf dem Michelsberg bei Kelheim.

Sonniger Waldweg in der Hallertau in Bayern.
Der Wald birgt viele Geheimnisse. Unsere Spurensuche nach den Kelten führt uns in den Wald. Dieses Bild ist zur Zeit des Laubaustriebes im Frühjahr entstanden. Wir befinden uns in nur ca. 500 Meter entfernt von einem keltischen Bodendenkmal.

Viereckschanzen

Aufgrund der Nähe zu Kelheim und Manching ist ist daher auch nicht verwunderlich, dass wir in der Umgebung von Pfeffenhausen zwei keltische Viereckschanzen als Bodendenkmäler vorfinden, eine davon in beeindruckend gutem Zustand in einem Wald zwischen Oberlauterbach und Wildenberg. Diese sogenannte Keltenschanze ist auch heute noch als imposante, quadratische Anlage auch für den Laien gut erkennbar und begehbar. Allerdings pflegten die Kelten Ihre Bauwerke in Fachwerk-Holzbau, Holzblockbau  oder Holzständerbauweise aufzuführen, welche aufgrund des langen Zeitraumes von über zweitausend Jahren leider fast vollständig vergangen sind.  Gräben und Wälle sind aber erstaunlich gut erhalten, wenn man den unglaublich langen Zeitraum von der Errichtung im ersten bis zweiten Jahrundert vor Christi Geburt bis heute betrachtet.

Keltischer Wall im Wald.
Spaziergang auf der Wallmauer der keltischen Viereckschanze zwischen Oberlauterbach und Wildenberg.

Die Keltenstämme der Boier und Vindeliker

Von welchem Keltenstamm tragen wir Bayern eigentlich unseren Namen? Es ist dies der Keltenstamm der Boier, wie unschwer zu erkennen. Ausgelöst durch Übervölkerung, Weissagungen  und natürlich geleitet durch die Beobachtung des Vogelzuges nach Süden, überschritten die Boier die Alpen in den Jahren 534 bis 508 vor Christi Geburt, und erreichten Norditalien. Die dort ansässigen Etrusker waren weder mit der Waffe der Boier, dem eisernen Langschwert, noch mit ihrer Kampfesweise zu Pferde vertraut.

Zwei bayerische Almbauern mit Ihrem geschmückten Kühen.
Die Bayern tragen den Namen des Keltenstammes der Boier, und sind zählen die Boier und Vindeliker zu Ihren Vorfahren.

Bononia, eine Stadtgründung der Boier

Der Keltenstamm der Boier konnte letztendlich die Etrusker in Norditalien dauerhaft besiegen und gründete die Keltenstadt Bononia, das heutige Bologna, in der später die erste und älteste Universität Europas gegründet wurde. Nachdem aber die Römer nach und nach erstarkten, besiegten sie dreihundert Jahre später im Jahre 222 v.d.Z. die Kelten und verdrängten diese nach Norden, wo sie sich nördlich der Donau in Böhmen niederließen, da das Land südlich der Donau vom mächtigen Keltenstamm der Vindeliker bereits besetzt war. Die Boier gaben auch Böhmen seinen Namen. Der Begriff „Boier“ soll angeblich etymologisch Rinderhirte/Viehhirte bedeuten.

Keltische Baudenkmäler in unserem Raum

Sogenannten keltischen Viereckschanzen finden wir immer in der Nähe von bedeutenden Fürsten- oder Stammessitzen, so auch in Manching. Da sich aber das Keltenvolk der Vindeliker in vier verschiedene Stämme aufteilen läßt, können wir r mit Sicherheit davon ausgehen, dass sowohl in Pfeffenhausen, als auch im Wald zwischen Oberlauterbach und Wildenberg sich auch eine keltische Hügelfestung eines Stammesfürsten befand. Neben der Viereckschanze im Wald bei Oberlauterbach befindet sich in der Tat ein weiteres Bodendenkmal, das in den Wanderkarten als Burgstall, also ehemalige Burg bezeichnet ist.  Diese Burg war auf einer markanten Hügelkuppe errichtet und Sitz des mittelalterlichen Rittergeschlechtes der Ebranen. Nach einer Fehde wurde die Burg zerstört und die Ebranen teilten Ihre Herrschaft auf. So entstand das Wildenberger Schloss und die Oberlauterbacher Burg, die später jedoch zerstört,  und danach im italienisch-französischen Architekturstil wiederaufgebaut wurde. Der vermutete, aber archäologisch noch nicht gesicherte keltische Sitz des Stammesfürsten könnte sinngemäß auf dem Orte der markanten Bergfestung der Ebranen sein.

Wald im Frühling.
Kiefern-Fichten-Mischwald bei der ehemaligen Hügelfestung /Burg der Ebranen. Nach einem bekannten Heimatforscher aus der Gegend hat auf dieser Burg Wolfram von Eschenbach das Parzifal Epos gedichtet.
Hügelfestung
Hügelfestung

Die Viereckschanzen als heiliger Bezirk und wirtschaftlicher Mittelpunkt

Worin lag die Funktion dieser quadratischen Erdwerke von 50 bis 100 Meter Seitenlänge? Mit großer Sicherheit waren die Keltenschanzen kulturelle Zentren und Veranstaltungsorte für die mindestens acht alljährlich stattfindenden traditionellen Jahresfeste zu den Sonnenwenden, Tagundnachtgleichen, Götterfesten, Richttagen, Erntezeiten, Opferungen, Markttagen, Sklavenhandel, Viehhandel, Handel mit Fellen, Bernstein, Schwertern, Eisen, Salz, Honig, Wachs etc. Bei Ausgrabungen wurde das Vorhandensein von tempelartigen Holzständerbauten mit quadratischem Grundriss und pagodenartigem Dach nachgewiesen.. Es handelt sich bei den sogenannten Viereckschanzen also um kulturell vielseitige Anlagen, eine Art heiligem Bezirk unter Oberaufsicht der Priesterkaste, die auch den Stammesfürsten stellte oder ausbildete, mit eigener militärischer Garde, nach einem ähnlichen Prinzip, wie dies sich bis heute noch im Vatikanstaat erhalten hat.  Man muss sich diesen Bezirk auch als Wirtschaftsfaktor und Kunsthandwerkermarkt vorstellen, ähnlich der Akropolis in Athen oder dem Tempel des Salomon in Jerusalem, der damals als Weltwunder weithin bekannt war, und mit großer Warscheinlichkeit den Kelten als Vorbild gedient hat. Es kann daher vermutet werden, dass in den Keltenschanzen das Vieh rituell von Priestern geschlachtet wurde, dafür Abgaben geleistet werden mußten, und dort auch das Fleisch zubereitet wurde. Außerdem wurde dort auch der Sklavenhandel, Viehhandel und Fernhandel von der Priesterschaft, die zugleich den Stammesfürsten stellte, kontrolliert, und mit Abgaben belastet.

Eine keltische Wallanlage im Wald.
Schon von weitem grüßt die Keltenschanze den Wanderer.
Der ehemalige heilige Bezirk der Kelten von einer Ecke von Außen kommend betrachtet.
Kelten
Der Wassergraben und imposante Wall um den heiligen Bezirk der keltischen Druiden
Graben eienr Viereckschanze
Der äußere Graben der keltischen Viereckschanze war vermutlich ursprünglich mit Wasser gefüllt.
Das Areal von Innen.
Das Areal von Innen.
Kelten Denkmal im Wald.
Eine von vier Ecken der imposanten keltischen Viereckschanze.
Tor in die Keltenschanze.
Die Tordurchfahrt, vermutlich ehemals ein sogenanntes Zangentor, das  ins Innere der Keltenschanze führt.

Grabhügel eines Priesters oder keltischen Stammesfürsten

Ein anderes Mitglied der Vorstandschaft des Vereins für Heimatgeschichte Pfeffenhausen wußte zu berichten, dass Ihr von Ihrer Jugend noch ein Grabhügel (tumulus) in Wildenberg bekannt sei,  am Fuße des Höhenweges von der Keltenschanze kommend. Dort sein oben auf ein markanter, spitz zulaufender Stein gestanden, nach Art der keltischen Fürstengräber. Der Grabhügel sei mittlerweile eingeebnet worden und der Stein verschwunden.

Seltsame Keltische Bestattungsriten

Hierbei darf nicht vergessen werden, daß die Grabhügel geschichtlich in eine andere Epoche gehören als die Keltischen Viereckschanzen. Grabhügel sind deutlich älter. Aus Manching gibt es jedoch viele Funde, die auf einen seltsamen Bestattungritus hindeuten, nämlich die sogenannte Luftbestattung. Bei dieser Bestattungform wird der Leichnam nach dem Ableben entbeint, und das Fleisch den Geiern überlassen, die es sozusagen vor der Verwesung bewahren, in dem sie es verzehren. Da die Geier sich in große Höhen schwingen, tragen sie sozusagen den verweslichen Teil des Leichnams empor in die Höhen des Luftraums, wo er sozusagen auf eine neue Ebene gehoben wird. Hier begegnet uns wieder das keltische Motiv des Seelenvogels. Vom Skelett wurden von den Hinterbliebenen nur der Schädel und / oder die Langknochen aufbewahrt zur Erinnerung und Gedenken.

Doppelköpfige Vogelschlangen Gewandfibel in S-Form

Bei der Wiedergründung des Vereines für Heimatgeschichte Pfeffenhausen e.V. legte ein Mitglied des Vorstandes einen neuen, scheinbar keltischen, zufälligen Oberflächenfund aus Pfeffenhausen den Anwesenden vor. Es handelte sich um eine doppelköpfige Vogelschlangen-Gewandfibel aus Bronze in S-Form. Im Götterolymp der Kelten kann jede Ornamentik, jedes Tier, und auch jedes abstrakte Symbol einer bestimmten Göttergestalt zugeordnet werden. Die Kelten hatten keine ausufernde Anzahl von Göttern, wie bei den Römern oder Hellenen, sondern laut den Römern im Wesentlichen drei Hauptgötter, die sich immer aus einer Stammesgöttergestalt und zwei weiteren Göttergestalten von befreundeten Stämmen zusammensetzte. Immer wenn der in der keltischen Formensprache häufig vorkommene, sogenannte Dreierwirbel in der Ornamentik erscheint, sind mit Sicherheit die drei Hauptgötter des jeweiligen Stammes gemeint. Der Dreierwirbel hat später auch in die Formensprache der Kathedralen Einzug gefunden. Nebenbei bemerkt ist es Julius Cäsar nicht gelungen, die Inselkelten von Irland und Schottland zu unterwerfen.

Lebendige Keltische Sprachen im 21. Jahrhundert

Nur die Kelten in Irland, Wales, Bretagne und Schottland haben Ihre ureigene keltische Kultur und Sprache ins Mittelalter und bis in die Neuzeit hinübergerettet. Von den vier heute noch gesprochenen keltischen Sprachen ist Walisisch (engl.:  Welsh) mit 500.000 Sprechern am bedeutendsten.  Bretonisch (fr.: Breton) mit 300.000 Sprechern ist ebenfalls noch sehr bedeutend. In Schottland und den Hebriden wird von ca. 90.000 Sprechern noch Gälisch (engl.: Gaelic) benutzt, und in Westirland sprechen noch ca. 25.000 Menschen keltisches Irisch (engl. Irish). Auch im Bairischen hat sich manches keltische Wort erhalten.

Keltische Göttergestalten: „Vater des Volkes“

Bei unserem Pfeffenhausener Fundstück, der bronzenen doppelköpfigen Vogelschlangen-Gewandfibel in S-Form ist die Deutung schwierig, aber nicht unlösbar. Die S-Spirale ist ein Hinweis auf „Teutates“, was übersetzt „Vater des Volkes“ heißt. Dessen Opfertiere waren Widder und Eber. In der Kunst bzw. Ornamentik sind seine Attribute  Widderhörner, Eberhauer, Krummstäbe, Spiralen, Masken und Köpfe. „Teutates“ war bei den Kelten dafür zuständig, über die im Kampf getöteten Krieger zu entscheiden und sie gegebenenfalls  ins keltische Paradies bringen zu lassen. Hierbei bediente sich Teutates sogenannter Seelenvögel wie zum Beispiel weißer Kraniche, weißer Schwäne und ähnlicher Vögel.  Bei der doppelköpfigen Vogelschlange kehren sich beide Köpfe der Schlange zueinander , so dass das, was am Anfang steht, sich auch an seinem Ende wiederholt. Es bedeutet für den Krieger, dass er durch die Formgebung der Gewandfibel zum Ausdruck bringt, dass das, was Diesseits etwas gilt, auch im Jenseits Gütigkeit hat. Wie bereits erwähnt, stellen die realistisch modellierten Vogelköpfe die plastisch die Seelenvögel dar, die die Seelen der getöteten Keltenkrieger in das keltische Paradies bringen sollen.

Keltische Stammesgöttergestalten: „Sohn des Donners“

Die zweite, eigentlich wichtigste Göttergestalt bei den Kelten war zuständig für Kriegsglück und Wetter. Sein von den Römern überlieferter Name war „Taranis“, was so viel wie „Sohn des Donners“ bedeutet (irisch.: Torann = Donner). „Taranis“ Attribute waren das Rad, der Blitz, das Eisen, die Eiche, der Stier, das Pferd, der Wolf, der Adler und  löwenähnliche, menschenfressende Ungeheuer. In Friedenszeiten wurden ihm von den Druiden Stieropfer, und in Kriegszeiten auch Menschenopfer dargebracht, um seine Gunst zu gewinnen.

Keltische Stammesgöttergestalten: Der „Hirschgeweihbehörnte“

Die dritte bedeutende Göttergestalt der Kelten war „Cernunnos“, was auf Deutsch: „Gehörnter“ bedeutet. Bei dieser Göttergestalt handelt es sich um einen keltischen „Gott der Tiere“, ein Mischwesen, halb Mensch, halb Tier, mit den Attributen Hirschgeweih, Lebensbaum, Schlange, Regenbogen und Mistelblättern. „Cernunnos“ war zuständig für die Unterwelt, die Nachtzeit und die Heilkunde. Der Pfeffenhausener Fund der Doppelkopfschlange beinhaltet aufgrund des Schlangenmotivs somit neben Teutates auch einen Verweis auf Cernunnos. Diese Doppeldeutigkeit ist aber typisch für das keltische Kunsthandwerk, denn durch das Zitieren von Attributen verschiedener Stammesgöttergestalten erreichte man eine größere Wirkung auf das Publikum erzielte somit einen höheren Preis für das Werk.

Keltisches Christentum

Das keltische Christentum kam zur Blüte auf den Britischen Inseln, wo sich eine eigene keltische Kirche im kolumbanischen Ritus etablierte. Die Mönche im Kolumbanischen Ritus hatten eine andere Tonsur als die Mönche im Römischen Ritus, denn sie schoren nur das Haupthaar an der Stirn bis zum Scheitelpunkt. Es ist heute weitgehend unbekannt, aber die ersten Bischöfe in Freising, Regensburg, Passau und Salzburg waren Kolumbaner. Zwar wurden alle bis auf den Bischof von Salzburg (der sehr beliebt im Volk war) durch einen päpstlichen Gesandten abgesetzt und durch Römische Bischöfe ersetzt, aber es bleibt doch eine höchst interessantes historisches Detail, dass die ersten Kirchlichen Oranisationsstrukturen in unserem Raum nicht von der Römischen Kirche geschaffen wurden, sondern von der Keltischen Kirche. Die  wertvollste künstlerische Hinterlassenschaft der Keltischen Kirche stellt die insulare Buchmalerei dar, unter anderem das Weltdokumentenerbe „Evangeliar von Kells“, entstanden um das Jahr 800, das weltberühmte „Evangeliar von Lindisfarne“, gefertigt von Eadfrith um 700, und das Evangeliar von Durrow, entstanden um 650 im Kloster Lindisfarne in Northumberland. Nebenbei erwähnt stammt der Name Oswald auch aus Northumberland, und kam über die keltischen Wandermönche nach Bayern (St. Oswald im Bayerischen Wald).

Original keltische Errungenschaften

Zunächst fallen mir die keltischen landwirtschaftlichen Erfindungen wie der Räderpflug, der Eisenpflug, ledernes Pferdegeschirr, das gehopfte Bier, Bierfass, Almwirtschaft, Milchverarbeitung, Bergkäseherstellung und Sense ein. Aber ihr Einfluss auf die kommenden Generationen reicht noch viel weiter: Sie erfanden auch noch den speichenrädrigen Wagen, das Kugellager und die Radsporen. Darüberhinaus revolutionierten sie die Stahlverarbeitung, das Zimmerhandwerk und erfanden die Seife.

Gaius Julius Cäsars Kriegserklärung gegen die Kelten

Wie und warum verschwanden die Kelten scheinbar spurlos aus ihrem angestammten Gebiet an der Donau? Sie wurden zwischen zwei gigantischen Mahlsteinen aufgerieben. Dies geschah in zwei Stufen. Es begann zunächst damit, dass die Kelten das aufstrebende Römische Weltreich mit einem nicht enden wollenden Strom von Sklaven, Waffen, Vieh und Söldnern versorgten. Dadurch häuften die Kelten immer größeren Reichtum und Macht an. Dies ermöglichte Ihnen eine Expansion, die sich über das heutige Spanien, Frankreich, Irland, England, Schweiz Süddeutschland, Ungarn, Tschechien, Österreich, die Balkanländer, Griechenland und die heutige Türkei erstreckte. Der Römische Diktator Gaius Julius Cäsar ging nun daran, diesen Reichtum der Kelten sich zurückzuholen, um mit der Beute seine immensen Schulden zu begleichen und gleichzeitig die maroden römischen Staatsfinanzen zu sanieren, was ihm mit dem Sieg über Vercingetorix, dem Heerführer der vereinigten westrheinischen keltischen Stämme auch gelang. Damit wurde auch unseren Kelten an der Donau wirtschaftlich und militärisch sprichwörtlich der Boden unter den Füßen weggezogen.

Der germanische Heerkönig Ariovist plündert und vernichtet die Keltischen Oppida und Viereckschanzen

Der germanische Heerkönig Ariovist verfügte über bedeutende keltische Sprachkenntnisse. Der römische Senat ernannte ihn zum „Freund des Römischen Volkes“. Ariovist überschritt 71 v.u.Z. mit 15 Tausend Mann den Rhein und kämpfte für Caesar gegen gallische Stämme auf der Suche nach neuen Siedlungsgebieten. Dabei verbündete er sich mit sieben anderen germanischen Stämmen, darunter auch mit den Markomannen, so  dass seine Truppenstärke auf 120 Tausend Mann anschwoll. Caesar jedoch überlistete Ariovist im Jahre 58 v.u.Z. und schlug ihn in der Schlacht, die Ariovist 80 Tausend Mann kostete. Ariovist mußte mit wenigen Mann wieder zurück über den Rhein fliehen. Es leuchtet ein, dass die Kelten in Süddeutschland dafür die Konsequenzen tragen mußten, die sich in Plünderung und Zerstörung niederschlugen.

Unser Gebiet wird Teil der Römischen Provinz Vindelicum

Es dauerte nicht lang, bis unser Gebiet, das die Römer Vindelicum nach dem hier ansässigen Keltenstamm der Vindeliker nannten, Teil der Römischen Provinz Rätien wurde. Die Nachfahren der hier ansässigen Vindeliker und Markomannen waren durch jahrhundertelange Handelsbeziehungen mit der Römischen Kultur vertraut und gliederten sich ohne Probleme in das Römische Weltreich ein, verloren aber die Oppida, die Aristokratie und das Tempelwesen.

Markomannen

Nach dem Abzug der römischen Besatzungsmacht im Jahr 488 begann die große Wanderung des ostgermanischen Stammes der Markomannen über Böhmen nach Süden.  Ausgelöst wurde diese Völkerwanderung durch das Auftreten der Hunnen im Osten. Die Neuankömmlinge bzw. germanischen Siedler wurden „Bajari“ bezeichnet, was so viel wie „Leute aus Böhmen“ bedeutet. Hiermit läßt sich feststellen, dass der Begriff „Bayern“ keltischen Ursprungs ist und etymologisch die  Bedeutung „Leute aus Böhmen“ bzw. „Leute vom Keltenstamm der Boier“ innehat, auch wenn die Boier in der genetischen Abstammung der Bayern neben Markomannen, Vindelikern und natürlich Römern offenbar nicht die Hauptrolle spielen. Die großen fruchtbaren Täler und Ebenen an Isar, Inn und Donau und den anderen bayerischen Flüssen und Seen wurden dabei selbstverständlich von den germanischen Siedlern eingenommen.

Das Schicksal der romanisierten Kelten

Die stückweise romanisierten Kelten hatten dem massenhaften Ansturm der Germanen wenig entgegenzusetzen, und mußten zwangsläufig in die dünner besiedelten Gebiete Bayerns ausweichen, wie in die Hallertau, den Böhmerwald,  das Allgäu und den Alpenraum. Dort passten sie sich, wie zuvor beim Einmarsch der Römer, zwangsläufig an die neuen Machtverhältnisse an, und überlebten zunächst durch den bescheidenen Ertrag der eigenen Feldarbeit. Zeugnisse der erfolgreichen Sesshaftwerdung der Kelten ist die bäuerliche Struktur in den klimatisch und landwirtschaftlich benachteiligten Gebieten Bayerns, wie zum Beispiel dem Bayerischen Wald, Allgäu, und der Hallertau, insbesondere aber die Almwirtschaft in den Alpen und der Hopfenanbau sind als besondere Leistung hervorzuheben.

Keltisches Erbe in Südbayern

Was verdanken wir heute den Kelten? Die Keltenstämme der Vindeliker und Boier leben auf mannigfaltige Art  im südbayerischen Volk weiter: In Tradition, Gebräuchen, Tracht, Essgewohnheiten, Trinkgewohnheiten,  Handwerk, Viehhaltung, Tierrassen, Ortsnamen, Flussnamen und vielem anderem mehr.

Neukeltische Erscheinungen im Amerika des 19. Jahrhunderts

Absolut erstaunlich ist auch die Tatsache, dass das keltische Tradition und Brauchtum auch den Sprung über den atlantischen Ozean geschafft hat. Viele Keltische Kulturelemente fanden plötzlich Ausdruck in der Cowboy-Kultur im Amerikanischen Westen. Erkennbar an silbernen Rädersporen, ornamental verzierten Gürtelschnallen, Bluegrass, einer Musikrichtung aus dem Genre der Country-Musik mit keltischen Klangbildern, keltische Trachtelemente in Form von bunt karierten und gestreiften Hemden und Hosen und  geschwungene Cowboy-Moustaches als Relikt Keltischer Barttracht.  Die ganze Eroberung des Amerikanischen Westen zu Pferde und in von Zugpferden gezogenen Wagen war eine Art Aufleben der Nomadisierenden, auf Eroberung abzielenden Keltischen Lebensweise auf dem nordamerikanischen Kontinent, auch getragen von zwei Auswanderungswellen aus Bayern um 1840 und 1870, vor allem aus dem Bayerischen Wald.

Ideologischer Missbrauch keltischer Symbole im 20.Jahrhundert

Ein dunkles Kapitel der jüngeren Deutschen Geschichte begann in den Münchener Bierkellern wie dem Löwenbräukeller, Bürgerbräukeller und dem Hofbräuhaus. Die dort gegründete Partei von ehemaligen Frontsoldaten des Ersten Weltkrieges überzog Deutschland, Europa und Teile der damaligen Welt in Krieg und leider auch Völkermord. Es fand einer der größten Raubzüge der Geschichte statt, und der Versuch der Versklavung vieler europäischer Völker. Dies geschah unter Verwendung verschiedener keltischer Symbole: Dem stilisierten Feuerrad, stilisierte Blitze,  Totenköpfe, Eichenlaub, Schwerter und Monumentalplatiken von Schwertkämpfern, Reitern und Pferden, entlehnt aus der keltischen Mythologie. Offiziell wurde das Germanentum idealisiert, es überwogen aber eindeutig die keltischen Elemente. Politischen Ausdruck fand die keltische Geschichte zu dieser Zeit zum Beispiel auch in der Achse Berlin-Rom, und künstlerischen Ausdruck in den monumentalen Pferdeplastiken vor der Neuen Reichskanzlei in Berlin.

Oktoberfest

Das keltische Element im heutigen Volksstamm der Bayern ist einfach nie wirklich verschwunden. Wir können dies alljährlich erleben am größten Volksfest der Welt, der „Wiesn“. Dort auf dem Theresienplatz befindet sich ein künstlicher Berg, die sogenannte Theresienhöhe. Auf dieser Anhöhe steht ein hellenistischer Ruhmestempel, der von Eichen umgeben ist, in dem die Büsten verdienter Bayern aufgestellt sind.  Im Vorhof dieses Tempels steht die Monumentalplastik der „Bavaria“, mit einem Siegeskranz aus Eichenlaub und umgürtet mit einem keltischen Langschwert. Dieses aus der keltischen Mythologie entlehntes Werk des neunzehnten Jahrhunderts stellt ein weithin sichtbares, schönes  Zeichen der Rückbesinnung und Glorifizierung  der keltischen Wurzeln des Bayerischen Volkes dar.  Auf dem Oktoberfest in München finden sich noch viele weitere keltische Zitate: Die mit Blumen geschmückten Brauereiwägen mit Bierfässern und Prunkgeschirren, die ornamentalen Verzierungen an den Trachten, die im Zopfmuster gestrickten Wollstrickjacken, am Spies gebratene ganze Ochsen, öffentliche Schau-Hinrichtungen („zum Schichtl“), und natürlich die mit Birkenreisig und Fichtengirlanden geschmückten Festzelte und Festhallten im alpenländischen Stil.

Europäische Einigung und Friedensprozess

Das keltische Erbe wirkt auch positiv weiter im Prozess der Europäischen Einigung und des Europäischen Friedens.

Chronologie der wichtigsten Ereignisse der Geschichte unserer Kelten

450 Jahre vor unserer Zeitrechnung, also vor ca. 2500 Jahren: Erster schriftlicher Bericht eines antiken Gelehrten über die Kelten an der Donau (Herodotus)

400 Überschreiten der Alpen nach Süden

387 Kelten plündern Rom

369 Kelten dienen als Söldner in Griechenland

335 Alexander der Große trifft sich mit keltischen Abgesandten am Ufer der Donau

283 Sieg der Römer über den Keltenstamm der Senones in Norditalien

279 Plünderung von Delphi durch die Kelten

278 Einwanderung der Kelten nach Kleinasien

275 Sieg der hellenistischen Syrer unter Antiochus über die Kelten

225 Römischer Sieg über die Boier

191 Ein Teil der Boier kehrt über die Alpen zurück nach Böhmen

120 Germanische Stämme überrennen Keltische Territorien

101 Niederlage der Kimbern gegen die Römer

58 Cäsar erobert Gallien

50 Boier erleiden in Pannonien eine Niederlage

15 Alpenexpedition des Römers Drusus mit Eroberung der Keltischen Territorien südlich der Donau, das heutige Altbayern

9 Rom erobert Noricum, das heutige Österreich

Begriffe

  • LaTène Zeit = Jüngere Eisenzeit, beginnend 450 vor unserer Zeitrechnung
  • Hallstattzeit = Ältere Eisenzeit 800 bis 450 vor unserer Zeitrechnung
  • Oppidum = Bezeichnung für einzelnen Städte der keltischen Stämme aus dem Werk „DE BELLO GALLICO“ von Gaius Iulius Caesar (100-44), typische Erscheinung des zweiten bis ersten Jahrhunderts vor unserer Zeitrechnung.
  • Regenbogenschüsselchen = Die Goldmünzen der Keltenstämme der Boier und Vindeliker in Böhmen und Süddeutschland
  • Torques: Halsring, oft aus Gold, Bestandteil der keltischen Tracht
  • Viehdiebstahl: Galt als das größte Verbrechen bei den Kelten
  • Tattoos: Bei den Kelten waren Tätowierungen gebräuchlich
  • Tweed: Aus Wollstoff gewebte Hosen in Karo-, Streifen- und Fischgrätmuster waren sehr gebräuchlich und verbreitet.
  • Menschenhandel: Preis einer Sklavin bei den Kelten: 6 Kälber = 3 Kühe
  • Totenbrauchtum: Grabhügel (Tumuli) waren gebräuchlich.
  • Jagd: Spielte bei den Kelten keine große Rolle mehr, da auf Viehzucht (Schweine, Rinder, Schafe, Ziegen, Hühner, Hunde, Pferde, Bienen) spezialisiert.
  • Keltische Missionare: Die Bajuwaren, teilweise Nachfahren der Vindeliker, wurden von irisch-schottischen Mönchen missioniert, Nachfahren der Inselkelten. Gründung der ersten klösterlichen Gemeinschaft in Bayern an einer Flussschlinge am Donaudurchbruch bei Weltenburg durch die Kolumbanermönche Eustasius und Agilus in den Jahren 617 bis 620.
  • Kräutertee und Bier: Zwei typische Getränke, die uns von den Kelten überliefert wurden, sind das gehopfte Bier und der Kräutertee.
  • Manching bei Ingolstadt: Hauptstadt des Keltenstammes der Vindeliker
  • Hauptsiedlungsgebiet der Kelten in Deutschland: Württemberg und Altbayern

Literatur

  • THE CELTS. Venedig 1991
  • Rudolf Pörtner: Bevor die Römer kamen. Düsseldorf 1961
  • Wolf-Dieter Storl: Pflanzen der Kelten. Heilkunde. Pflanzenzauber. Baumkalender. Aarau, Schweiz 2000
  • Rudolf Reiser: Bayern und Salzburg um Christi Geburt. Die keltisch-römische Vergangenheit. München 2001
  • Amt der Salzburger Landregierung: Die Kelten in Mitteleuropa. Kultur. Kunst. Wirtschaft. Salzburger Landesausstellung 1.Mai-30.September 1980 im Keltenmuseum Hallein Österreich. Salzburg 1980
  • Herrmann Dannheimer / Roman Fink: Fundort Bayern. Report aus der Vorgeschichte. München 1968
  • Wikipedia

 

Hans Georg Oswald

 

 

 

 

 

 

Sommerliche Blumenreise der Bienen

Sonnenhut Echinacea purpurea "Harvest Moon".

Die Gartenimkerei oder Gartenbienenzucht findet immer mehr Freunde, auch wegen dem Überfluß an vielen guten Blumen und Kräutern in vielen Naturgärten.

Warum den natürlichen Reichtum unserer Gärten ungenutzt an uns vorübergehen lassen?

Wachs und Honig sind zwei kostbare und für die menschliche Gesellschaft fast unentbehrliche Dinge, wie bereits Joseph Pösel  in seinem 1784 erschienen „Gründlich- und vollständiger Unterricht sowohl für die Wald- als Garten-Bienenzucht“ in einem Vorwort schrieb.

Um bienengerechte Pflanzen und Kräuter im Garten zu etablieren, müssen diese oft erst gepflanzt werden. Es ist schön und hilfreich, wenn es Imker oder Bienenzüchter gibt, die sich gegenseitig über gute Bienenpflanzen austauschen oder mit Sämlingen helfen.

Hier ein Einblick in die winzige Welt der Bienen auf ihrer sommerlichen Blumenreise zu diesen Pflanzen:

  • Sonnenhut  Echinacea purpurea „Harvest Moon“
  • Echter Dost Origanum vulgare
  • Strauchmalve, ähnlich wie Thüringer Strauchpappel Lavatera thuringiaca L., aber höher: bis 200 cm, vielleicht eine endemische Art?
  • Raublattaster 140 -180 cm hoch
  • Niedrige Aster 40cm
  • Echter Eibisch
  • Duftnessel Agastache foeniculum
Sonnenhut Echinacea purpurea "Harvest Moon".
Sonnenhut Echinacea purpurea „Harvest Moon“
Echter Dost Origanum vulgare
Echter Dost Origanum vulgare
Die zartrosa Blüte derStrauchmalve.
Strauchmalve
Biene trinkt Nektar auf Strachmalvenblüte.
Biene auf Strauchmalve
Biene beim Pollensammeln auf Rauhblattasterblüte.
Rauhblattaster
Biene beim Abflug von purpurner Asternblüte.
Niedrige Aster
Pollen-Biene mit lila Pollen.
Echter Eibisch
Honigsammlerin auf Duftnessel Agastache foeniculum.
Duftnessel Agastache foeniculum

Bilder: Markus Wurmer, Hausen

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Hopfenernte, Honig, und Einwinterungsarbeiten

Die Hallertau um die zeit der Hopfenernte.

Es ist die Zeit der Hopfenernte in der Hallertau in Bayern. Die zahlreichen Hopfengärten in der Hallertau sind bereits zum großen Teil abgeerntet. Hopfen, lat. Humulus lupulus L. ist eine Lianenart aus der Familie der Hanfgewächse. Eine Bestäubung durch die Bienen kann bei den angebauten Kultursorten nicht erfolgen, da ausschließlich weibliche Pflanzen angebaut werden. Männliche und weibliche Blütenstände befinden sich auf verschiedenen Pflanzen. In den Isarauen kommt jedoch auch noch Wildhopfen vor, dessen Pollen sich auch im Pollenspektrum des Honigs wiederfindet.

Hopfengärten in der Hallertau, eingerahmt von Wald.
Hopfengärten in der Hallertau. In der Mitte des Bildes sind die Hopfenstangen eines bereits abgeerneten Hopfengartens zu sehen. Dahinter ist ein weiterer, noch nicht abgeernteter Hopfengarten zu sehen.

Bei den Bienen ging es in den letzten Wochen darum, die Bienenvölker winterfest zu machen. Dies erfordert eine kontinuierliche Beobachtung des Bienenfluges und ein fortlaufendes Wiegen des Gewichtes des Bienenstockes, um Rückschlüsse auf die Befindlichkeit machen zu können, aber vor allem, um Gefahren aller Art abzuwehren.

Rauch bei den Bienen am Waldbienenstand.
Rauchwolke bei den Bienen am Waldbienenstand.
Im Walde bei den Bienen.
Im Walde bei den Bienen. Foto: Imkerei Oswald
Bienen im Wald.
Der Wald ist die Urheimat der Biene. Leider gab es 2016 bei uns keinen Waldhonig, das ist das erste Mal seit achtzehn Jahren(!).
Slow Food: Der Honig ist ein Spiegelbild der mitteleuropäischen, voralpinen Landschaft des Isar-Hügellandes.
Slow Food: Der Honig ist ein Spiegelbild der mitteleuropäischen, voralpinen Landschaft des Isar-Hügellandes.

Das war der Beitrag anläßlich der Hopfenernte im Hopfenland Hallertau. Hier kommt noch unser Tagwerk Hofschild mit Angaben darüber, in welchen lokalen Geschäften es unseren guten Blütenhonig zu kaufen gibt: Für freuen uns über Ihre Entscheidung, dem Honig unserer Bienen Ihre Aufmerksamkeit zu schenken.

Unsere Imkerei ist seit vielen Jahren Erzeugergenossenschaftsmitglied bei der Verbraucherinitiative Tagwerk eG, die sich für naturgemäßes Leben sowie regionale und ökologische Lebensmittelerzeugung im Raum Dorfen, München, und Umgebung einsetzt. Der Landshuter Naturkostladen Frisch & Fein (jetzt: Tagwerk Biomarkt Frisch&Fein, http://www.biofrischundfein.de/ ) war der erste Laden, in dem es unseren Honig seit 1998 ununterbrochen zu kaufen gab.
Unsere Imkerei ist seit vielen Jahren Erzeugergenossenschaftsmitglied bei der Verbraucherinitiative Tagwerk eG, die sich für naturgemäßes Leben sowie regionale und ökologische Lebensmittelerzeugung im Raum Dorfen, München, und Umgebung einsetzt. Der Landshuter Naturkostladen Frisch & Fein (jetzt: Tagwerk Biomarkt Frisch&Fein, http://www.biofrischundfein.de/ ) war der erste Laden, in dem es unseren Honig seit 1998 ununterbrochen zu kaufen gab. Er ist neben unserem eigenen Versand https://imkerei-oswald.de/shop/naturhonig-biohonig-kaufen-oswald/einer von vier lokalen Verkaufsstätten, wo es unseren Honig zu kaufen gibt: http://www.biohof-butz.de/ in Viehhausen bei Rottenburg, Café Gräf in Pfeffenhausen,  und BellaVita in Landshut.

Zum Herbstanfang Beflug von Ölrettich und Buchweizen

Herbstanfang: Tautropfen im Morgensonnenlicht an einem Spinnennetz.

Am 22. September 2016 ist der kalendarische oder astronomische Herbstanfang. Ab diesem Datum werden die Nächte länger und die Tage kürzer. Das Licht bekommt ebenso eine neue Qualität, es wird weicher und die Farben werden durch den schrägeren Sonneneinfallswinkel wärmer, goldener. Die Nächte werden empfindlich kalt, so dass am Morgen sich die Tautropfen wie kleine Diamanten an den Spinnennetzen aneinanderreihen.

Tautropfen im Morgensonnenlicht an einem Spinnennetz.
Kleine Tautropfen reihen sich wie Svarovski-Kristalle an die Fäden eines Spinnennetzes.

Wie geht es unseren kleinen gestreiften Honigsammlerinnen um diese Zeit zum Herbstanfang? Nach dem schönsten Spätsommer aller Zeiten geht es den Honigbienen ausgezeichnet. Die Honigbienen konnten sich gänzlich selbst mit Wintervorräten versorgen, sogar über alles bisherige Mass. So eine Wetter- und Futterkonstellation hat es zumindest seit Beginn meiner Imkertätigkeit nicht gegeben. Die Völker hatten in den letzten Wochen bestes Flugwetter bei Temperaturen deutlich über 25°Celsius. So haben sie ordentlich Nektar eingetragen, zuletzt vermutlich von Ölrettich (https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96lrettich), einer schnellwachsenden Pflanze für den Zwischenfruchtbau, die heuer zum ersten Male auf auffällig vielen Feldern gesät wurde.  Zwischenfrüchte heißen so, weil sie zwischen zwei Hauptfrüchten angebaut werden.  Zwischenfrüchte können als Erosionsschutz und zum Schutz vor Humusauswaschung dienen, indem sie den Boden beschatten und Wurzelmasse bilden. Auch Buchweizen, eine legendäre Bienenpflanze, war heuer auffallend häufig als Zwischenfrucht zu sehen, teilweise auch als Mischkultur mit Phacelia und Sonnenblumen und Lein. Markiert 2016 eine Trendwende für die Situation der Bienen in unserem Lande? Das läßt sich noch nicht eindeutig sagen, denn vielleicht war die gute Nektarversorgung allein dem außergewöhnlich heißen September geschuldet. Nächstes Jahr werden wir mehr wissen, ob die gute Nektarversorgung im Spätsommer eine Eintagsfliege war, oder ob wir Imker uns auf eine neue, positivere Nahrungssituation für unsere Bienen einstellen dürfen.

"Es sind die kleinen, unscheinbaren Dinge, die den Charme der Wildnis ausmachen." Grey Owl (Kanadischer Trapper und Poet)
„Es sind die kleinen, unscheinbaren Dinge, die den Charme der Wildnis ausmachen.“ Grey Owl (Kanadischer Trapper und Poet)

Die Bienen müssen nun vor den Herbststürmen gesichert werden. Dazu werden vereinzelt schlecht sitzende Innendeckel ausgetauscht und dann in der Werkstatt wieder instand gesetzt. Hierzu wird die Auflagefläche von Hand nachgehobelt, eventuelle Ritzen oder Sprünge durch Einspannen in der Hobelbank geschlossen und verschraubt. Von Innen werden Hohlräume mit Bienenwachs ausgegossen und von Außen mit Stopf-Hanf alle Ritzen abgedichtet. Zum Schluss werden die Köpfe der Dachpappnägel mit Korkstücken isoliert. Eine Menge Arbeit, aber dafür haben die Bienen im Winter einen warmen Kopf, was meiner Meinung nach entscheidend für Ihre Winterfestigkeit ist.

Spinnennetz mit Tautropfen in einem Zaunsegment eines Schafnetzes auf der Schafweide von Imkerei Oswald. Foto: imkerei-oswald.de
Spinnennetz mit Tautropfen in einem Zaunsegment eines Schafnetzes auf der Schafweide von Imkerei Oswald. Foto: imkerei-oswald.de, September 2016

Die Bedeutung des Herbstanfang für die Bienen

Ein altes Sprichwort aus Schuberts Winterreise sagt: „Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keins mehr“. Dies gilt sinngemäß für die Bienen ab Mitte September. Der Wabenbau ist errichtet, die Vorräte eingedickt, eingelagert und sorgsam verdeckelt. Im Zentrum des Brutnestes leeren sich die Brutzellen durch die schlüpfenden Winterbienen, so dass die berühmte Gerstung´sche Hohlkugel entsteht. Die Bienen Überwintern bekanntlich schlecht auf gefüllten Zellen. Nun kehr langsam Ruhe ein. Wehe dem, der jetzt die Bienen stört, durch unnötige Erschütterungen, Eingriffe, zu spätes Füttern, Manipulationen oder ähnlichem Unfug. Die Bienen sollen möglichst bald die Flüge auf ein Minimum reduzieren, damit sie in ungeschmälert in voller Volksstärke in den Winter gehen können, ohne unnötigen Verlust an Flugbienen.

 

 

 

 

 

Die Wiesen-Flockenblume ist nicht ohne Grund auf den Deckeln unserer Honiggläser abgebildet

Wiesen-Flockenblumenwiese im Bienengarten der Bio-Honig Imkerei Oswald.

Die Wiesen-Flockenblume Centaurea jacea L. ist auf der Ökofläche, auf der wir unsere Bienenhaltung betreiben, eine bestandsbildende Bienenpflanze, die sich seit vielen Jahren sehr gut etabliert hat. Sie verträgt Trockenheit und Schafbeweidung sehr gut. Die horstbildende Pflanze treibt nach der Schafbeweidung sehr dicht und kräftig wieder aus. Sie hat relativ harte Stengel, die die Schafe gerne stehenlassen. Für die Bienen sind die schönen, rosafarbenen zahlreichen Blüten leicht zu finden und offenbar auch sehr attraktiv. Sie saugen offenbar Wiesen-Flockenblumennektar und sammeln davon reichlich blaßgelben Wiesen-Flockenblumen-Pollen. Die krautige Pflanze kann sehr lang blühen von Juli bis September.

 

Eine Öko-Blumenwiese mit rosa Blüten-
Ökologische Wiese mit Wiesen-Flockenblumen, Bienen sammeln Nektar für unseren guten regionalen Honig

Diese Blume erfüllt einen wichtigen Zweck, weil sie eine Trachtlücke ausfüllt, da zu dieser Zeit die Bienen leider oft hungern

Blumenwiese mit leuchtenden Blüten in Magenta.
Deutlich ist in der linken Hälfte des Bildes  eine unserer Honigbienen zu erkennen.
Echter Honig stammt von echten Bienen auf echten Blüten und nicht von der Honigindustrie (erkennbar am Label: Mischung aus EU- und Nicht-EU).
Echter Honig stammt von echten Bienen auf echten Blüten und nicht von der Honigindustrie. Nur wenn der genaue Standort der Bienenvölker, von denen der Honig stammt, bekannt ist, hat man echten Naturhonig in Händen. Wenn auf dem Etikett jedoch „Mischung Honig aus EG- und Nicht-EG-Ländern“ steht, handelt es sich um Industriehonig aus der Fabrik, der nur aussieht wie Honig, aber zu 75% nachweislich nicht von Blüten stammt.

Vielblütenhonige sind immer einseitigen Sortenhonigen vorzuziehen, das weiß eigentlich jeder Imker

Vielblütenhonige schmecken so phantastisch, weil sie eine echte Geschmacksexplosion hervorrufen. Biodiversität und intakte Lebensräume sind die Vorbedingung für diesen köstlichen Blumenhonig.

Die Aufschlüsselung der Abbildungen auf unseren Honigglasdeckeln

Deshalb sind auf unseren Honigglasdeckeln schon seit achtzehn Jahren (!) exemplarisch die wichtigsten Bienenpflanzen abgebildet:

  • Wiesen-Flockenblume, rosa, unten und links oben
  • Robinie, weiß, oben
  • Lavendel, blau, rechts unten
  • Palmkätzchen oder Salweide, mitte mit Stengel, teilweise überklebt
  • Löwenzahn, gelb, rechts oben
  • Apfel oder Obstblüte, weiß, mitte rechts
  • Klee, hellrosa, unten mitte
  • Sonnenblume, gelb, unten links
  • Haselnusskätzchen, links am Rand, auf Foto nicht sichtbar
Honig, ein Glas Blütenhonig mit dem gelben, hofeigenen Etikett von Imkerei Oswald und dem bunten Blütendeckel, der ein Aquarell von den wichtigsten Trachtpflanzen zeigt.
Vielblütenhonig schmeckt Kleinkindern, Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen und älteren Menschen am Besten von allen Honigen. Es ist auch der gesundheitlich wertvollste Honig, den es gibt (nach Steiner).
Eine lederbraune Biene auf einer lilaffarbenen Blüte.
Die Form und Farbe der Blüte ist perfekt abgestimmt auf die Honigbiene.
Eine pollensammelnde Biene.
Am rechten Hinterbein der Pollensammlerin ist ein blaßgelbes Pollenpaket im Körbchen.
Die Farbigkeit einer ökologischen Naturwiese steht den Pflanzen aus tropischen Gefilden nicht unbedingt nach, wenn es die Wetter- und Lichtverhältnisse zulassen. Dieses Foto wurde von mir um 12:00 Uhr Mittags aufgenommen, in der Zeit größter Lichtintensität.
Die Farbigkeit einer ökologischen Naturwiese steht den Pflanzen aus tropischen Gefilden nicht unbedingt nach, wenn es die Wetter- und Lichtverhältnisse zulassen. Dieses Foto wurde von mir um 12:00 Uhr Mittags aufgenommen, in der Zeit größter Lichtintensität.
Wiesen-Flockenblume in der Wiese im Bienengarten der Bio-Honig Imkerei Oswald.
Wiesen-Flockenblume Centaurea jacea L. auf dem Tagwerk / Biokreis Öko-Bienenhof der Oswalds

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Hier gibts den guten Vielblütenhonig in begrenzter Menge zu erwerben: https://imkerei-oswald.de/shop/naturhonig-biohonig-kaufen-oswald/

 

Holunder & Honig : Im Juni blüht der schwarze Holunder und läutet den Frühsommer ein

Holunder & Honig produzierendes Bienenvolk neben einem Schwarzen Holunder im Wald.

Holunder & Honig

In den ungewöhnlich vielen Regentagen, die wir in den letzten Wochen erlebt haben, mußten die Bienen viel leiden. Die Honigbiene ist sehr vorsichtig, was Regenwetter betrifft. Ein einziger großer Wassertropfen, der eine Biene wärend des Fluges trifft, kann das Aus bedeuten. Deshalb warten die Bienen lieber die nächste Sonnenscheinphase für einen Ausflug ab. Die kollektive Intelligenz, welche die Honigbienen innehaben, schützt sie vor unweisen Entscheidungen. Normalerweise ist das auch richtig, weil sich ja statistisch in Deutschland das Wetter durchschnittlich alle drei Tage ändert. Da wir diesen Juni drei Wochen lang Regenwetter hatten, und dies gleichzeitig mit der höchsten Populationsdichte im Bienenstock zusammenfiel, schmolzen die Vorräte der Bienen an Blütenpollen und Bienenhonig zusehends zusammen. Zufällig blüht zur selben Zeit der Holunder. Was hat es auf sich mit Holunder & Honig ? Liefert der Holunder überhaupt Honig? Warum erleben wir immer diese seltsame Übergangszeit (engl.: june gap)  genau dann, wenn der Holunder blüht?

Honig produzierendes Bienenvolk neben einem Schwarzen Holunder im Wald.
Schwarzer Holunder (Sambucus nigra L.) und Waldbienenvolk von Imkerei Oswald. Juni 2016.

Nun ist schon die letzte Junidekade angebrochen, und der schwarze Holunder blüht. Seine Erscheinung markiert den Frühsommer. Der Frühsommer fällt in Deutschland meist in den Juni. Der Frühsommer ist auch die Zeit der Heuernte. Auf dem Bienenhof erfolgt der erste Heuschnitt, dieses Jahr relativ spät. Heute, am einundzwanzigsten Juni, haben wir das erste Heu gemäht.

 Ein alter Holunderbusch ist eine Zeigerpflanze für einen intakten Waldrand.
Ein alter Holunderbusch an einem intaktem, naturgemäßem Waldrand. Altes Holunderholz wird gern von Flechten besiedelt. Nach altem Volksglauben hält Holunder Blitzschläge vom Haus (und Bienenstand) fern.

Vom Rohverzehr der Holunderbeeren wird abgeraten, da die schwarzen Holunderbeeren Brechreiz hervorrufen können. Versaftete Beeren bzw. Holundersaft ist jedoch sehr lecker mit Honig oder Apfelsaft gemischt. Holunder & Honig sind ein gutes Team. Vanilleeis mit Holundersaft ergibt einen phantastischen Waldbeerensmoothie.

Holunderblüten können für eine Bowle Verwendung finden, oder als Holunderküchel. Die ganzen Blütendolden werden in Teig getunkt und in heißem Fett herausgebacken, und anschließend mit Honig bestrichen.
Holunderblüten können für eine Bowle Verwendung finden, oder als Holunderküchel. Ganze Blütendolden werden dabei am Stiel gehalten und in Teig getunkt und in heißem Fett herausgebacken, anschließend mit Honig bestrichen und noch heiß verzehrt.

Für die Bienen ist der Holunder wenig interessant. Obwohl die Blüten stark duften, so liefern sie offenbar keinerlei Nektar, sondern nur Pollen. Dieser wird von den Bienen in kleinen, blaßgelben Höschen eingetragen, und findet sich im Honig aus Deutschland als Einzelpollen wieder, insbesondere in späten Schleuderungen von Frühtrachthonigen.

Laubmischwald im voralpinen Isar-Hügelland. Waldbinenenstand von imkerei-oswald.de H.G.u.R.Oswald GbR. Deutschland, Juni 2016.
Laubmischwald im voralpinen Isar-Hügelland. Waldbinenenstand von imkerei-oswald.de H.G.u.R.Oswald GbR. Deutschland, Juni 2016.

Keltischer Häuptlingsbaum Holunder (kelt. scobiém)

Nach Wolf-Dieter Storl: „Pflanzen der Kelten. Heilkunde. Pflanzenzauber. Baumkalender.“ Aarau, Schweiz 2000. gehörte der Holunder zu den Häuptlingsbäumen. Für das frevelhafte Fällen der Häuptlingsbäume sah das Gesetz drakonische Strafen vor. Noch im mittelalterlichen Irland galt für das widerrechtliche Schlagen eines Haselnussstrauchs oder eines Apfelbaums die Todesstrafe. Auch unter Karl dem Großen galt im Nürnberger Reichswald die Todesstrafe für das Fällen eines Bienenbaums, wie zum Beispiel einer Linde, die von Bienen bewohnt war oder wurde. Zu diesen Häuptlingsbäumen gehörte der Schwarze Holunder.

„Der Holunder sucht die Nähe des Menschen, ja, er drängt sich den Menschen regelrecht auf. Ungerufen und eigenwillig besiedelt er die stillen Ecken des Gartens oder setzt sich dicht an die Haus- oder Stallmauer. Niemals war der Holunder Strauch wie jeder andere. Er hat eine magische, manchmal richtig unheimliche Ausstrahlung, die den naturnahen Menschen früher nicht entgangen ist.“           Zitat aus Wolf-Dieter Storl: Pflanzen der Kelten.

Holunder & Honig : Waldbienenvölker
Waldbienenvölker zur Sommersonnenwende 2016

 http://facebook.com/imkerei.oswald

Kommentare, und „Likes“ auf Facebook sehr wilkommen.

 

 

 

Birnenhonig: Birnenblüte wurde kurz vor dem Kälteeinbruch von den Honigbienen beflogen.

Einheimische Honigbiene beim Bestäuben einer Birnenblüte.

Birnenhonig ist etwas ganz Feines

Birnennektar ist wichtiger Bestandteil unseres Blütenhonigs. Eigener Birnensortenhonig kann zwar nicht geerntet werden, denn dafür bräuchten wir mindestens 300 Birnenbäume in unmittelbarer Nähe der Bienenvölker, aber dennoch ist Birnennektar ein konstituierendes Element unseres Bienenhonigs.

Die prachtvolle Blüte der Kirchensaller Mostbirne mit einer unserer gestreiften "girls" beim Pollensammeln und Nektar trinken. Den Baum haben wir 2003 an der Einfahrt zur Imkerei gepflanzt.
Die prachtvolle Blüte der Kirchensaller Mostbirne mit einer unserer gestreiften „girls“ beim Pollensammeln und Nektar trinken. Den Baum haben wir 2003 an der Einfahrt zur Imkerei gepflanzt.

 

Der starke Wuchs dieser Sorte verrät ihre Robustheit. Sie eignet sich auch für rauhe Lagen und ist bis 1000 m Höhe in den Österreichischen Alpen anzutreffen.
Der starke Wuchs dieser Sorte verrät ihre Robustheit. Sie eignet sich auch für rauhe Lagen und ist bis 1000 m Höhe in den Österreichischen Alpen anzutreffen Bild: Imkerei Oswald

 

Die Birnbäume haben immer einen aufrechteren Wuchs als dies bei den Apfelbäumen der Fall ist. Hier wird auch nicht mehr geschnitten, damit der Baum ungebremst Blühen kann, zum Wohle der Bienen
Die Birnbäume haben immer einen aufrechteren Wuchs als dies bei den Apfelbäumen der Fall ist. Hier wird auch nicht mehr geschnitten, damit der Baum ungebremst Blühen kann, zum Wohle der Bienen. Bild: Imkerei Oswald imkerei-oswald.de

 

"what a wonderful life"
„what a wonderful life“

Bild: Imkerei Oswald imkerei-oswald.de

Wer sich schon einmal die Frage gestellt hat, warum der Honig so gut schmeckt, braucht sich eigentlich nur diese Bilder ansehen. Diese Bilder sagen mehr als tausend Worte
Wer sich schon einmal die Frage gestellt hat, warum der Honig so gut schmeckt, braucht sich eigentlich nur diese Bilder ansehen. Diese Bilder sagen mehr als tausend Worte.

 

Die Schafe der Imkerei weiden die Bienenkräuterweide zwischen den Streuobstbäumen ab. Für ein intaktes Biotop "Streuobstwiese" ist eine regelmäßige Schafbeweidung unerläßlich
Die Schafe der Imkerei weiden die Bienenkräuterweide zwischen den Streuobstbäumen ab. Für ein intaktes Biotop „Streuobstwiese“ ist eine regelmäßige Schafbeweidung unerläßlich. Im Hointergrund sieht man noch zwei der mit Holzschindeln gedeckten Zwiebeltürmen von Schloss Oberlauterbach

Bild: Imkerei Oswald, imkerei-oswald.de

Löwenzahnhonig 2016: Heute beginnt die lang erwartete Löwenzahnblüte

Zwei gelbe Taraxacum Blüten und eine Nektarsammlerin, die Nektar für leckeren Biohonig sammelt.

Löwenhahnhonig 2016 ist eine Seltenheit geworden

Nachdem sich die Bienen vom anstrengenden Winter hierzulande durch Beflug der schönen Palmkätzchen der Weidenblüte gestärkt und auch geheilt haben, haben sie jetzt genug Kraft für die wohl wichtigste Trachtpflanze des Jahres, den phantastischen Löwenzahn.

Eine Honigbiene auf einer Löwenzahnblüte beim Nektartrinken
Eine Honigbiene auf einer Löwenzahnblüte beim Nektartrinken

Der Löwenzahn ist eine Speicherpflanze

Die Löwenzahnpflanze ist eine üppig blühende Speicherpflanze, die jeden noch so kleinen Sonnenstrahl bzw. Sonnenenergie in ihrer Pfahlwurzel speichern kann. Deshalb kann sie sehr schnell blühen, bevor allen anderen Wiesenkräutern.

Bienenvolk inmitten von blühendem Löwenzahn im Bienengarten der Imkerei Oswald April 2016
Bienenvolk inmitten von blühendem Löwenzahn im Bienengarten der Imkerei Oswald April 2016

Die Löwenzahnwurzel ist eßbar

Die Wurzel ist auch eßbar, nicht nur die Blätter und die Blüten. Die Blüten wurden früher mit Zucker zu einem Löwenzahnsirup eingekocht, da Löwenzahnhonig meist unerschwinglich und schwer zu bekommen war (wie auch heute noch).

Ökologischer Waldrand mit einer dichten Schlehenhecke und davor eine ungedüngte Naturwiese mit Löwenzahnblüte
Ökologischer Waldrand mit einer dichten Schlehenhecke und davor eine ungedüngte Naturwiese mit Löwenzahnblüte

Heimkehrende Bienen sind goldgelb bepudert

Honigbienchen, die vom Löwenzahnbeflug heimkehreren, sind am ganzen Körper goldgelb bepudert, die fleißigen Bienen können auf der üppigen Blüte förmlich ein Pollenbad nehmen.

Heimkehrende Bienen tragen an Ihren Beinpaaren bunte Pollenpakete in kleinen Körbchen. Bild Imkerei Oswlad April 2016
Heimkehrende Bienen tragen an Ihren Beinpaaren bunte Pollenpakete in kleinen Körbchen. Bild Imkerei Oswlad April 2016

Bitte nicht abmähen, sondern blühen lassen

Bitte Löwenzahn nicht abmähen, sondern blühen lassen. Erst wenn die weißen Schirme sich zeigen, kann man abmähen. Vor allem aber nicht mähen, wärend Bienen auf den Blüten sitzen, denn das wäre frevelhafter Bienenmord, denn die Bienen können die Gefahr von rotierenden Maschinen nicht schnell genug warnehmen und flüchten, da sie so emsig mit dem anstrengenden Pollensammeln und Bestäuben beschäftigt sind. Damit es Löwenzahnhonig 2016 geben kann.

Die Schlehenhecke ist ein herausragend wichtiges Element der Mitteleuropäischen Kulturlandschaft. Sie bietet unzähligen Lebewesen Schutz, schützt auch den Wald vor Austrocknung (Borkenkäfer!), und sorgt auch für Nistplätze für die Vögel und Nahrung für Schmetterlinge und alle Bienenarten. Darüberhinaus ist Schlehensaft eines der besten Gesundheitselixiere, das es gibt. Foto: Waldbienenstand bei Pfeffenhausen
Die Schlehenhecke ist ein herausragend wichtiges Element der Mitteleuropäischen Kulturlandschaft. Sie bietet unzähligen Lebewesen Schutz, schützt auch den Wald vor Austrocknung (Borkenkäfer!), und sorgt auch für Nistplätze für die Vögel und Nahrung für Schmetterlinge und alle Bienenarten. Darüberhinaus ist Schlehensaft eines der besten Gesundheitselixiere, das es gibt. Foto: Waldbienenstand bei Pfeffenhausen

Beweidung statt Gift und Gülle

Wer meint, er hätte zuviel Löwenzahn in seiner Wiese, irrt sich. Löwenzahn ist eine hervorragende, energiereiche und gesunde Weidepflanze für Schafe und Milchvieh. Sie ist ein Appetitanreger für das Weidevieh, sodass diese mit viel mehr Appetit fressen.

Blühender Löwenzahn auf einer Weidefläche im Isar-Hügelland; Imkerei Oswald, www.imkerei-oswald.de
Blühender Löwenzahn auf einer Weidefläche im Isar-Hügelland; Imkerei Oswald, www.imkerei-oswald.de
Kirschblüte von der Wald- bzw. Vogelkirsche am Waldsaum mit alten Eichen, ein intaktes Biotop und eine Pflanzengesellschaft, die typisch für das Isar-Hügelland ist.
Kirschblüte von der Wald- bzw. Vogelkirsche am Waldsaum mit alten Eichen, ein intaktes Biotop und eine Pflanzengesellschaft, die typisch für das Isar-Hügelland ist.
Wohl jenen Honigbienenvölkern, in deren Umkreis Löwenzahn noch blühen darf. Löwenzahn wird seit Jahrzehnten von der staatlichen Landwirtschaftsberatung zu Unrecht als Platzräuber im Grünland verunglimpft, was ich selbst bezeugen kann, da ich zwischen 1994 und 1996 eine landwirtschaftliche Ausbildung als Quereinsteiger absolviert habe.
Wohl jenen Honigbienenvölkern, in deren Umkreis Löwenzahn noch blühen darf. Löwenzahn wird seit Jahrzehnten von der staatlichen Landwirtschaftsberatung zu Unrecht als Platzräuber im Grünland verunglimpft, was ich selbst bezeugen kann, da ich zwischen 1994 und 1996 eine landwirtschaftliche Ausbildung als Quereinsteiger absolviert habe.
Honigwabe bzw. Pollenwabe mit Löwenzahnpollen und frisch eingetragenem Löwenzahnnektar
Honigwabe bzw. Pollenwabe mit Löwenzahnpollen und frisch eingetragenem Löwenzahnnektar
Eines unserer fleißigen Bienenvölker im Trachtflug auf den Löwenzahn. Imkerei Oswald imkerei-oswald.de
Eines unserer fleißigen Bienenvölker im Trachtflug auf den Löwenzahn. Imkerei Oswald imkerei-oswald.de

Link zu Imkerei Oswald ´s FB Fanseite: http://facebook.com/imkerei.oswald

 

Bienenvolk: Wohliges Brummen im Bienenkasten zu Beginn der Weidenblüte

Bienenvolk im zeitigen Frühjahr

Es ist noch sehr früh im Jahr, aber bei den Bienen muss man immer dem Geschehen einen Schritt voraus sein.

Starkes Volk im Kiefernwald (Kamera, GPS) imkerei-oswald.de
Starkes Volk im Kiefernwald (Kamera, GPS) imkerei-oswald.de

Frühlingsinspektionen

Ich prüfe das Gewicht und die Weiselrichtigkeit. Der  Tierbeobachtung räume ich oberste Priorität ein. Zuhören ist sehr wichtig. Die Bienen können sehr mitteilsam sein, wenn man Ihre „Sprache“ versteht.

Drohnenwaben

Die Bienen möchten jetzt Drohnenbrut anfangen. Dazu benötigen sie freien Platz.

Drohnenreserveleerwaben aus dem Wabenlager, links ausgebaut, rechts ausgeschnitten.
Drohnenreserveleerwaben aus dem Wabenlager, links ausgebaut, rechts ausgeschnitten; imkerei-oswald.de

Die Wabenordnung

Die  sogenannte Wabenordnung ist von existenzieller Wichtigkeit für das Bienenvolk. Nur durch genaue Kenntnis der Bedürfnisse und Anlagen des Bienenvolkes kann diese Wabenordnung eingehalten beziehungsweise optimiert werden.

Harmonisches Bienenvolk aus ökologischer Waldbienenhaltung von Imkerei Oswald imkerei-oswald.de
Harmonisches Bienenvolk aus ökologischer Waldbienenhaltung von Imkerei Oswald imkerei-oswald.de

Die Auswinterung nach August Ludwig

„Leuchtende Knospen an Baum und Strauch verheißungsvoll schön, rötlich schimmernde Weidenruten am Ufer des Baches, ein eigenartiges Blau am Horizont, weichere Luft und steigende Wärme verkünden uns die Wiederkehr des ewigen Frühlingslebens. Und der Mensch freut sich mit der Erde, der Lerche in blauer Luft, die aus Freude wiederkam, und mit dem Schmetterling, der der wärmenden Lebensspenderin Sonne seine bunten Flügel entgegenbreitet. Eine besondere Freude beseelt um diese Zeit diejenigen, der sich um die stachelbewehrten Bienen sorgen. Der Hühnerhalter kann seine lieben Tiere auch im Winter hegen und pflegen, der Imker muss geduldig warten und der Dinge harren, ehe er seine Sonnenvögelchen wiedersieht. (…) War die Warmhaltigkeit der Beuten im Winter gar nicht so erforderlich, so schütze man nunmehr die Völker vor allen Dingen vor Zugluft, denn nun lockert sich der Knäuel und die Bruttätigkeit beginnt im größeren Maßstab. (…) Der Imker aber, dem im Winter immer etwas fehlte, ist nun wieder ein ganzer Mensch, und bereitet sich vor auf das was kommen soll; und wer jetzt nicht gern von Bienen reden hört, sollte sich jetzt nicht in der Nähe von Bienenvätern aufhalten“

 

 

Bilder von der Löwenzahnblüte Mai 2015 am Bienenhof der Imkerei Oswald

Eine Bienenwiese im Frühling präsentiert sich in frischem Grün und Gelb.
Löwenzahnhonig schmeckt und wirkt intensiver als jeder andere Honig.
Löwenzahnhonig schmeckt und wirkt intensiver als jeder andere Honig.
Bienenfreundliche Mähweide mit großem Kräuterreichtum, die ganzjährig von unseren eigenen Bienen beflogen wird
Bienenfreundliche Mähweide mit großem Kräuterreichtum, die ganzjährig von unseren eigenen Bienen beflogen wird
Diese Pflanze ist eine echte Verwandlungskünstlerin
Diese Pflanze ist eine echte Verwandlungskünstlerin
Um Löwenzahnhonig ernten zu können, ist großes Geschick bei der Völkerführung und vor allem Schnelligkeit gefragt. Bereits im Februar oder März müssen die Bienenvölker vorbereitet werden
Um Löwenzahnhonig ernten zu können, ist großes Geschick bei der Völkerführung und vor allem Schnelligkeit gefragt. Bereits im Februar oder März müssen die Bienenvölker vorbereitet werden

Warum ist der Blütenhonig unserer Ernte 2013 dunkelgoldgelb?

Organic Honey Germany: Blossom Honey harvested late.

Das vergangene Jahr begann mit dem kältesten März seit 120 Jahren (das genaue Gegenteil dieses März 2014). Im diesem Monat legen sich die Bienen einen großen Vorrat an Blütenpollen von Weidenkätzchen an. Der Pollen der Palmkätzchen besitzt eine sehr hohe biologische Wertigkeit und ist die wichtigste Eiweißquelle des ganzen Jahres. Der Weidenpollen und -nektar löst den ersten massiven Bruteinschlag des Jahres aus, jedoch dauert es von der Eilage zur flugfähigen Sammelbiene noch 40 Tage. Da, wie gesagt, der März so ungewöhnlich kalt war, verschob sich der Beflug der Weidenkätzchen durch die Honigbienen um ein Monat auf April, mit der Folge, dass zur Hochblüte von Löwenzahn, Obstblüte und Raps nicht so viele Flugbienen wie normalerweise vorhanden waren. Da unsere Bienen sich aber nicht damit abfinden, sondern immer eine Lösung für jedes Problem parat haben, beflogen sie stattdessen die im Wald vorkommenden wilden Himbeer-und Brombeersträucher, welche einen sehr feinen Honig liefern. Doch nachdem die Bienen durch die Brombeerblüte den Wald genauer unter die Lupe nahmen, entdeckten sie nebenbei auch noch Honigtau von der Stieleiche und später von der Fichte. Der Eichenhonig ist von ähnlicher Farbe wie Eichenholz oder Lehm, und hat eine sehr zurückhaltende Süsse mit einem Anflug von Bitterstoffen. Vielleicht haben die unsere Bienen auch deswegen den Eichenhonig gefunden, weil Sie im Herbst einen ökologischen Eichentee bekommen haben, für eine gute Überwinterung. Der Fichtenhonig geht mehr in das Rötliche, das Bernsteinfarbene. Der abgebildete Blütenhonig stammt aus der Anfangsphase der Waldblüte, also dem Beginn der Brombeerblüte mit etwas Anteil aus der Eichentracht. Da die beflogenen Brombeeren und Eichen nicht aus Pflanzungen stammen, sondern es sich um echt autochthone Wildpflanzen handelt, ist dieser Honig eine Wildpflanzenspezialität, die in Deutschland und der Welt selten geworden ist, und die mit einen phantastischen Geschmack und maximalen Gesundheitswert aufwarten kann.

Blüten-Honig aus der Ernte 2013
Blüten-Honig aus der Ernte 2013

Feiner Honig und die drei am Besten passenden edlen Gewürzarten

ROH HONIG; Steinmörser und Honig Gewürze.

Die drei Gewürzarten, die am besten zu Honig passen, sind Kardamom, Zimt, und Piment. Am besten werden Sie ungemahlen gekauft, und erst bei Bedarf in einem größeren Granitmörser (erhältlich in Asia-Läden für ca. €10-15) zerstoßen und gemahlen. Nur dann können sich die ätherischen Bestandteile wirklich richtig so entfalten, wie es sein soll.
Kardamon wird erst leicht zerstoßen, dann werden die Samen aus den Schalen gekratzt, und dann fein zerstoßen und dem Heißgetränk (Espresso lungo, Tee, Milch) mit reichlich Honig zugefügt.
Zimt eignet sich ideal für Toastbrot, Baguette oder Waffeln zusammen mit Honig.
Piment dagegen ist ideal geeignet zum Backen von dunklem, würzig-aromatischen Honigkuchen.
Bon appetit!

Kardamom, Zimt und Piment
Kardamom, Zimt und Piment