Unsere Bienen im Winter

Imkerei in Bayern.

Wie geht es unseren Bienen im Winter? Ein Drittel haben Sie bereits überstanden. Es gab bisher Frost, aber noch keinen Schnee. Die Bodenbretter und Bienenkästen sind deshalb trockener geblieben als sonst. Eine trockenere Überwinterung ist an sich kein Nachteil für die Bienen, sondern eher ein Vorteil, weil die Beute (imkersprachlich für Bienenkasten) dadurch etwas wärmer ist für die Bienen. Eine nasse, von Schnee- und Tauwasser vollgesogene Beute ist für die Bienen um ca. 10° Celsius kälter als eine trockene Behausung. Deshalb stehen meine Beuten prinzipiell nur auf Tockenstandorten ohne Bodennässe und Dauerfeuchtigkeit. Besonders nasse Talwiesen oder Ufernähe kann sich sehr nachteilig für die Überwinterungsquote auswirken.

Ein Bienenvolk von Imkerei Oswald mit langem Anflugbrett und tarnfarbenem Überwurfdeckel.
Ein Bienenvolk aus meiner eigenen Bienenhaltung auf einem trockenem Standplatz im Winter

Durch genaue Fluglochbeobachung, notfalls mit Taschenlampe, läßt sich der Gesundheitszustand des Bienenvolkes gut beurteilen, ohne es öffnen zu müssen. Der Totenfall auf dem Bodenbrett gibt hierzu Aufschluss. Wenn kaum eine tote Biene sich auf dem Bodenbrett befindet, ist dies ein gutes Zeichen. Eine sehr ruhig und tief sitzende Wintertraube ist ebenfalls ein ausgezeichnetes Zeichen. Unruhige Bienen und hoher Totenfall ist dagegen kein so gutes Zeichen. In diesem Fall kann eventuell Weisellosigkeit, also das Fehlen einer vollwertigen Königin oder das Vorhandensein einer unbegatteten Königin vorliegen.

Autochthone Stieleiche (quercus robur)
Eichen sind im Allgemeinen gute Zeigerpflanzen für potentielle Bienenstandorte mit trockenem Kleinklima.
Imkerei in Bayern.
Unsere eigenen Bienen im Winter im Isar-Hügelland.

Mehr Details über die Überlebensstrategien der Bienen im Winter: http://www.bee-careful.com/de/initiative/was-machen-bienen-im-winter/

Es folgen noch einige schöne Schnappschüsse vom Rauhreif, der die ganze Landschaft für kurze Zeit, meist am Morgen, kurz bevor die Sonne durch die Wolken kommt, in eine großartige Winterkulisse verwandelt:

Blog Winterkulisse

Blog Salix

Blog Weidenbiotop

Blog Bienenweide

Blog Birke

Blog Berufsimker

Blog Bienenhof Hallertau

 

 

Imkerei Oswald

Bienen im Winter: Landschaft zwischen Unterlauterbach und Oberlauterbach bei Rottenburg an der Laaber bzw. Pfeffenhausen. Raureif auf Sträuchern und Bäumen.

 

Durch die ersten Frostnächte hält bei den Bienen die Winterruhe bald Einzug

Bei den Bienen / Honig vom Imker: Der Mond ist am Bienenstand aufgegangen

Wissen wann bei den Bienen Winterruhe einkehrt

Um zu wissen, wie es den Bienen jetzt geht, müssen wir eine kleine Nachtreise zu den Bienenständen unternehmen. Nachdem gestern (14. November 2016) der Supermond aufgegangen war, war es hell genug, um dem Bienengarten einen Besuch abzustatten. Warum Nacht? Der Grund ist folgender: Die ersten beiden Frostnächte sind extrem wichtig für die Berechnung der brutfreien Zeit, auch Winterruhe genannt. Dies geschieht so: Nach den ersten beiden richtigen Frostnächten wird dieses Datum im Kalender markiert und die darauffolgenden Tage bis einundzwanzig durchgezählt. Richtiger Frost ist dann gegeben, wenn Wasser in einer Schale durchgefriert, ich spreche also nicht von Raureif, sondern von Frost. Diese beiden Frosttage waren bei uns im Isar-Hügelland um den 15. November 2016. Zähle ich einundzwanzig Tage hinzu, komme ich auf den sechsten Dezember. Die einundzwanzig Tage markieren die Entwicklungszeit eines Bieneneies zu einer komplett ausgeschlüpften Biene.

Kältereiz ist wichtig

Die Bienenkönigin braucht den Kältereiz um zu wissen, wann sie das Legegeschäft einstellen soll. Eine Bienenkönigin ist gewöhnt, im Prinzip 24 Stunden mit der Anlage von Brutflächen beschäftigt zu sein, dem sogenannten Bestiften. Bieneneier sehen aus wie kleine Stifte, die senkrecht in der Zelle stehen. Die die Zellen aber ungefähr horizontal verlaufen, stehen die Stifte ebenfalls ungefähr horizontal in der Wabe.

Jede Erschütterung, Geräusch oder Störung muss unterbleiben

Jede Störung lockert die Winterkugel und ist daher schlecht. Man achte auch auf Vermeidung von Störungen durch Spechte, Wildschweine, Holzarbeiten, Vibration durch Traktoren und Maschinen, Abgase, Schusswaffen etc.

Stürme und starken Wind abwehren

Schutz vor Stürmen und starkem Wind wird gut durch die Anlage einer Schutzpflanzung, eines sogenannten „grünen Pullovers“ auf der Nordseite sowie auf den Seiten erreicht. Dafür haben sich aus eigener Erfahrung folgenden Pflanzengesellschaften bewährt:

  • Stieleichen im Abstand von fünf Metern, dazwischen Buchs, Haselnuss, Weissdorn, Wildrosen, Efeu und Brombeeren. Wenn die Eichen Armdicke erreicht haben, in fünf Meter Höhe kappen und neu austreiben lassen. Ideale Tiefe der Schutzhecke beträgt zehn Meter, die Länge 25 bis 50 Meter.
  • Kiefern im Abstand von fünf Metern, dazwischen Buchs, Haselnuss, Weissdorn, Efeu, Wildrosen und Brombeeren. Wenn die Kiefern armdicke erreicht haben, ebenfalls in fünf Meter Höhe kappen.

Nicht besorgt sein

Wer alle Vorarbeiten zur Einwinterung bei den Bienen ab Juli gewissenhaft erfüllt hat, braucht um seine Bienen während des Winters nicht besorgt sein.

supermond

Nützlicher Link zum Supervollmond am 14.11.2016: https://de.wikipedia.org/wiki/Supervollmond

Die Temperatur im Wintervolk

Bienenwachs online bestellen: Der Bienenhof und die Bienenhaltung im Winter.

Die Temperatur im Wintervolk ist nicht stabil und liegt durchschnittlich ungefähr bei 13° Celsius. Das Bienenvolk heizt in erster Linie nicht die Beute, sondern die Winterkugel, bzw. die halbkugelförmige Wintertraube. Diese Form nimmt das Bienenvolk bei einer Temperatur unter 5° Celsius an. Daher ist bei der Konstruktion der Bienenbehausung der „warme Kopf“ entscheidend, neben einem zugfreien Geländeklima und ungeminderter Sonnenbestrahlung durch reine Südausrichtung der Beuten und einer längs zu den Sonnenstrahlen ausgerichteten Wabenrichtung. Die Beutenwände sollen die Sonnenstrahlen nicht reflektieren, sondern aufnehmen und durchlassen. Deshalb sind die Beutenwände dünnwandig und dunkel abgeflammt, wie bei der im Bild rechts stehenden Beute gut zu sehen ist.

Die Bienen lieben im Winter dünnwandiges dunkles Holz. Dadurch wird die Wintertraube schneller durchwärmt und erleichtert den Bienen das Erreichen und Umtragen des Honigs von den Randwaben.
Die Bienen lieben im Winter dünnwandiges, dunkles Holz. Dadurch wird die Wintertraube schneller durchwärmt und erleichtert den Bienen das Erreichen und Umtragen des Honigs von den Randwaben.