August Ludwig: Unsere Bienen. Berlin 1906

Vorderseite eines Imkerbuches, das eine farbige Illustration von Bienen zeigt, welche eine Robinienblüte befliegen, um aus dem Nektar Robinienhonig (Akazienhonig) zu bereiten. Der Buchdeckel ist im Jugenstil gestaltet.

Buchvorstellung

Heute möchte ich Euch ein großartiges Buch über Bienen vorstellen. Es hat sage und schreibe 831 (!) Seiten und ist aufs Reichste ausgestattet. Es ist um die Jahrhundertwende entstanden, einer Zeit, die man wirklich als Glanzzeit der Deutschen Imkerei bezeichnen kann. Wenn jemand etwas über die Bienenzucht studieren möchte,  kann er guten Gewissens zu diesem Buch greifen. Es ist in etwa das Deutsche Gegenstück zu “The Hive And The Honeybee”, dem Standardwerk der Weltimkerei.

August Ludwig: Unsere Bienen. Ein ausführliches Handbuch über alles, was ein Imker heute wissen muss. Berlin, 1906, 839 Seiten, 5 zerlegbare anatomische Modelle, 369 Abbildungen, 3 farbige und 48 schwarze Bildtafeln zumeist nach photographischen Aufnahmen.

August Ludwig: Unsere Bienen. Ein ausführliches Handbuch über alles, was ein Imker heute wissen muss. Berlin, 1906, 839 Seiten, 5 zerlegbare anatomische Modelle, 369 Abbildungen, 3 farbige und 48 schwarze Bildtafeln zumeist nach photographischen Aufnahmen.

August Ludwig  1867-1851

August Ludwig (1867-1851) war Bienenforscher, Mundartdichter und Pfarrer. Er hielt 30 Jahre lang Vorlesungen, Lehrgänge und Seminare im Universitätsbienengarten von Jena, den er auch einrichten durfte. 1922 veröffentlichte er seine Anekdotensammlung “Wie die Alten sungen.”.

An dem auführlichen Handbuch “Unsere Bienen” haben noch 35 weitere Autoren mitgewirkt, darunter am bekanntesten natürlich der Altmeister Gerstung.

Ab Seite 130 findet sich ein Beitrag von Gerstung, den ich hier zitieren möchte:

“2.Kapitel. Der Bien. Von Pfarrer F. Gerstung, Oßmannstedt, Thüringen. a) Die organische Auffassung des Biens. Es hat eine Zeit gegeben, in welcher man mit den Bienenstöcken auf einem sehr persönlichen Verkehrsstandpunkt stand, in welcher man von einem Bienenstocke wie von einem beseelten Lebewesen sprach, z.Bsp. der Bien oder auch der Stock will Schwärmen oder er will nicht Schwärmen; der Bien will bauen, der Bien will auch seine Ruhe haben, dier Bien ist gutartig oder bösartig, sanftmütig oder zornig. Damals war der “Bien” auch allein klug und verständig; er wußte wohl, wenn er Ausflüge halten durfte und wenn nicht, wenn die Zeit des Schwärmens gekommen war, wie er sich seine Wohnung durch Spurbienen ausfindig machte.”

Das Buch habe ich vor einigen Jahren von einem freundlichen Imkerehepaar gekauft, und lese  immer wieder gerne darin. Natürlich taugt es nicht als Arbeitsanweisung, aber es bildet eine Brücke zu einer Zeit, in der die Bienenzucht sich in Deutschland einer Hochblüte befand. Damals gab es sechs bis sieben Mal so viele Bienenvölker wie heute.

 

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